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Gardasee Tag 3: Dalco (Sentiero 111)

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Als ich mich das erste Mal genauer mit der Tourenplanung am Gardasee beschäftigte, stellte sich recht schnell heraus, dass es zwei Trails gibt, die ich auf jeden Fall fahren muss. Schon beim letzten Mal durfte ich den unteren Teil des Sentiero 601 fahren, der obere Teil des 601 vom Monte Altissimo war dann gestern fällig.


Der zweite Trail ist der „Dalco“ oder Sentiero 111 am Westufer des Gardasees. Je nach Beschreibung schwankt die Schwierigkeit des Trails zwischen unfahrbar und komplett unfahrbar. Wirklich schwer einen unfahrbaren Trail in den Alpen zu finden ist es ja nicht, aber der Dalco ist irgendwie etwas besonderes.

Dalco ist der Gipfel aller Bike-Downhills und mit Abstand der schärfste Trail am Lago.
Sie können die ganze Veranstaltung als Maßstab fürs eigene Unvermögen betrachten und immerhin dies als Erfahrungswert zum Üben mit nach Hause nehmen. Die Güte des Geräts taugt hier nicht als Ausrede, einzig perfektes Fahrkönnen und absolutes Feingefühl für das Bike in allen Situationen hilft einigermaßen heil über diesen wahren Teufelsritt ins Valle del Singol.

aus: Moser Bike Guide Nr. 12
Soweit so gut. Bevor man jedoch an der Abfahrt scheitern kann, müssen zunächst einmal knapp 1.000hm mit dem Bike bewältigt werden. Gegen 10:30 Uhr starte ich in Torbole und kämpfe mich auf der vielbefahrenen Straße Tunnel für Tunnel nach Limone. Ab jetzt wirds spannend. Nicht nur die Abfahrt verspricht kräfteraubend zu werden, auch der Uphill hat es in sich. Bei gefühlten 20% Steigung kämpfe ich mich in der prallen Sonne die Teerstraße nach Vesio empor.
Lediglich die traumhaften Blicke auf Lago und dessen Ostufer entlohnen (zunächst) für die Mühen des Aufstiegs.


Ungewohnter Anblick – ein Torque auf Asphalt.

Vesio.

Ich lasse Vesio hinter mir liegen und kurble weiter bergauf. Bis zum Traileinstieg sind es noch fast 400hm – und die wollen größten Teils auf eher ungemütlicher Schotterpiste erstrampelt werden.

Jeder erstrampelte Höhenmeter wird mit einer noch besseren Aussicht belohnt.

Der Monte Tremalzo. Bei genauerem hinsehen erkennt man sogar die Militärstraße die vom Gipfel ins Tal führt.

Irgendwann erreiche ich dann doch noch den Trail-Einstieg. Dieser ist, anders als erwartet, überraschend flowig.

Es folgt eine Kombination aus toller Aussicht und flowigem Waldtrail, jedoch auch dem ein oder anderen Gegenanstieg. Nichts lässt einen Rückschluss auf den folgenden Dalco zu.

So langsam werden die Beine dann doch vor lauter Aufregung schlotterig. Der Dalco rückt näher.

Es fehlen die Worte…

Und plötzlich passiert Dalco. Der Flow ist schlagartig vorbei und wird durch aneinandergereihte Schlüsselstellen ersetzt.

Das ganze ist durchgehend extrem steil schottrig und zwischendrin große, steile Stufen – als wäre es nicht auch so schon spannend genug. Tragenderweise klettere ich Schlüsselstelle um Schlüsselstelle hinab. Auch wenn meist keine Absturzgefahr besteht (steiler als der Trail geht meist nicht), probiere ich im oberen Teil nur sehr wenig. Wer hier fährt, weiß was er / sie tut!

Einen solchen Trail bei diesem Panorama ist wohl wirklich eineSseltenheit! Je weiter man nach unten kommt desto eher fahrbar wird der Trail. Er bleibt jedoch auf sehr hohem Niveau – Grip ist auf Grund des losen Untergrunds immer Fehlanzeige.
Auf einem breiten Karrenweg geht es schlielich die letzten Meter hinab nach Limone.

Fazit: Wer sich für anspruchsvolle Trails begeistern kann, der sollte den Dalco unbedingt einmal probieren. Mir persönlich hat der Sentiero 601 zwar besser gefallen, missen möchte ich diese Erfahrung jedoch auf keinen Fall!

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