bruchpilot

The secret to mountain biking is pretty simple. The slower you go the more likely it is you'll crash.

Wenn die Unvernunft über die Vernunft siegt

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Auch in den letzten beiden Tage waren wir Dank freeride.today im Großraum Garmisch unterwegs. Bereits gestern stand der Oberauer Steig auf dem Programm. Mangels Shuttlemöglichkeiten geht es auch dieses Mal von Hand bergauf. Nach rund 600hm fahren und schieben auf breiter, teils sehr steiler Forststraße zweigt unsere Aufstiegsroute nach links ab und wir kraxeln mal schiebend, meist tragend weitere 500 Höhenmeter auf den Bergrücken des Hohen Fricken hinauf.

Perfekter Ausblick vom Hohen Fricken (Tag3)

Dieses Mal steigen wir direkt vom Sattel aus in unsere Abfahrt ein – was uns erwartet ist ein absoluter Traum. Ein Quasi endlosen Massaker aus Serpentinen, mal verblockt mal „einfach so“ zu durchrollen – ein Traum. Über mehr als 1000 Höhenmeter geht es anhaltend anspruchsvoll irgendwo um S3 den Berg hinunter. Wem das nicht reicht, der wird in regelmäßigen Abständen von steilen, hohen Stufen überrascht.

Uns beschäftigt der Trail in jedem Fall so intensiv, dass wir vor lauter fahren das Bilder machen vergessen.

Wer perfekt das Hinterrad versetzen kann und auch sonst eher auf Herausforderungen bergab steht, wird hier in jedem Fall glücklich.

volle Distanz: 19358 m
Maximale Höhe: 1823 m
Minimale Höhe: 716 m
Gesamtanstieg: 1114 m
Gesamtabstieg: -1117 m
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Kommen wir zum unvernünftigen Teil. Der dritte Tag verläuft zunächst identisch mit Tag 2. Bis zum Sattel ist der Aufstieg gleich, dann geht es jedoch nicht ins Tal, sondern die letzten 150hm hinauf bis zum Hohen Fricken.

Der Eintrag ins Gipfelbuch darf natürlich nicht fehlen.

Wir ziehen unsere Protektoren an und machen uns an die Abfahrt. Die ersten knapp 100 Höhenmeter geht es über Wiesen auf lehmigen, sehr unregelmäßigen Erdstufen bergab. Mit dem Beginn des Walds ändert sich der Trail dann sehr abrupt. Es folgt eine ca. 250-300 Höhenmeter lange „Schlüsselstelle“. An aufsitzen ist zu mindest für uns nicht mehr zu denken. Selbst für Fahrer, die S5 sicher fahren, dürften hier noch genug Herausforderungen zu finden sein. Wir jedenfalls schultern erneut unsere Bikes und tragen es die teils mannshohen Stufen unter Zuhilfenahme unserer Hände hinunter. Zur Belustigung der zahlreichen Wanderer – versteht sich natürlich von selbst.

Selbst bei meiner doch sehr hohen Begeisterung für anspruchsvolle Trails ist hier irgendwann das Schmerzlevel erreicht. Wir sind jedenfalls alle froh, als die Serpentienen wieder „einfacher“ (S3-S4) werden.

Trotz der bisherigen Schinderei wird der Trail wenig später dann doch noch mal richtig schön. Er bleibt zwar weiter hoch anspruchsvoll – die vielen verblockten Serpentinen sind jetzt aber zu mindest theoretisch fahrbar. Theoretisch auch deshalb, weil uns nach der Schinderei der vergangenen Stunden ein bisschen die Kraft fehlt. Wer im unteren Teil wirklich noch einmal aufs Ganze gehen möchte, sollte sich eher überlegen, den Trail von unten her die ersten 700-800hm hochzutragen. Dann fehlt zwar das Gipfelglück – fahrtechnisch bekommt man aber auch als sehr versierter Fahrer mehr als genug geboten.

Hier der Track zu unserer Tour – auch wenn ich diese in der Kombination nur bedingt empfehlen kann:

ACHTUNG: Die Tour enthält seht anspruchsvolle Passagen, die teilweise selbst zu Fuß absturzgefährdet sind.

volle Distanz: 18425 m
Maximale Höhe: 1981 m
Minimale Höhe: 721 m
Gesamtanstieg: 1255 m
Gesamtabstieg: -1265 m
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Bereits vor einigen Jahren hat sich übrigens auch KäptnFR an diesem Trail versucht – die im Video gefahrenen Stellen spiegeln jedoch nicht den Schwierigkeitsgrad des Trails wieder. Die für uns unfahrbaren Stellen im oberen Drittel fehlen nahezu komplett.

Auch das „Making of“ darf natürlich nicht fehlen: klick

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